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Hauptsache Handwerk
Imagekampagne der Handwerkskammer OWL
Handwerker? Sind das nicht Klempner, Bäcker und Friseure? Die gleich um die Ecke wohnen und Arbeit abliefern zum Anfassen? Stimmt. mehr
Doch Handwerksunternehmen entwickeln und bauen auch aufwendige elektronische Anlagen. Oder die gigantischen Roboter aus den Taktstraßen der Automobilindustrie.
Gerade seine Vielfalt macht das Handwerk so reizvoll. Wie kaum sonst irgendwo treffen und verbinden sich hier alte Berufe mit modernster Technik und lebendige Traditionen mit neuen Herausforderungen zu einer kunterbunten Mischung.
In enger Zusammenarbeit mit der Agentur C/CON wurde im Auftrag der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld für eine Imagekampagne in der Region fotografiert.
Das Projekt entstand an der Fachhochschule Bielefeld unter Federführung von Prof. Roman Bezjak. Die Ergebnisse wurden als Buch veröffentlicht und wanderten als Ausstellung durch Ostwestfalen-Lippe.
Klötzer fotografierte nicht nur, seine Texte zu den "Handwerker-Porträts" wurden auch in den Katalog aufgenommen.
Grundmann Zahntechnik GmbH
Grundmann fertigt Zahnprotesen alle Art. Von der Kauleiste für jederman bis zur individuell ausgearbeiteten Sonderanfertigung mit allem Schnick-Schnack.
Rund achtzig Leute sind damit beschäftigt eine ideale Lösung für Grundmanns Kunden Kauprobleme zu fertigen. Hochpräzise und mit sehr viel Fingerfertigkeit werden Formen hergestellt, Zähne modelliert, es wird gefräst, geschliffen, poliert und speziell in der Endphase auf bestmögliche Passgenauigkeit von Zahn und Zahnersatz hingearbeitet. Selbst mit dreidimensionaler Frästechnik, natürlich via Computer gesteuert, entstehen bei Grundmann die Dritten aus Keramik.
Sehr angenehme Leute, ein offenes Betriebsklima und thematisch garnicht so schlimm. Im Gegenteil: wenn man sieht, was heute alles möglich ist, da ist die Vorfreude auf die Ersatzteile schon groß. Gewindeeinsätze im Kiefer, da kann man die Dritten locker rausschrauben und je nach Anlass die entsprechende Leiste blitzen lassen.
R. S. Schwarze Elektrotechnik GmbH
Elektrotechnik habe ich noch nie verstanden. Alles was ich nicht sehen kann, ist irgendwie unheimlich oder auch garnicht existent. Da stehe ich nun bei Schwarze und sehe bunte Kabel, allerlei Bauteilchen, die mich eher an einen Tausendfüßer erinnern (obwohl ich die auch nicht mag, Krabbelzeug) und versuche ansatzweise nachzuvollziehen, was mir der Chef in aller Ausführlichkeit erzählt. Printmaker nennt sich ein Produkt des Hauses. Damit kann man am Rechner eine Leiterplatte konstruieren, mit allen Verästelungen, Bohrungen undsoweiter. Dann drückt man auf einen Knopf und eine Fräsmaschine erledigt den Rest. Schnell, präzise und ohne Zwischenschritte. Nach Kundenwünschen werden hier elektronische Bauteile entwickelt, Bedienerpults mit Tastaturen oben drauf und Anzeigen zur Kontrolle. Das verwirrendste aber ist das EMV- Prüfzentrum. Soweit ich verstanden habe, ist das so etwas wie der «Elektro-TÜV». In der Schirmkabine werden elektronische Bauteile aller Art auf deren Störempfindlichkeit gegenüber elektrischer Strahlung getestet. Für nähere Informationen der Draht zum Chef: Telefon 05 207. 95 06-61.
Karlheinz Kruehl GmbH
Bei Kruehls fängt man morgens an zu arbeiten. Im Sommer schon so gegen fünf. Dann werden die Schweinehälften aus der Kühlung geholt, je nach Auftragslage so zehn Stück, es können auch mal zwanzig sein. Ganze fünf Leute sind mit einer unwahrscheinlich Geschwindigkeit dabei das tote Vieh zu zerlegen. Drei Schnitte mit der Kreissäge, der Metaller würde sich wundern, dass die Flex auch Fleisch zerteil, und das Tier liegt nach weiteren Schnitten mit großen scharfen Messern in grobe Stücke zerteil, gehäuft in Trögen. Und weiter geht's, je nach Verwendung wir sortiert nach Braten, gefüllt mit allerlei Leckereien, nach Lenden und sonstigen edlen Dingen. Zum Schluss gibt's dann Bratwurst, gefolgt von Teewurst und so weiter.
Halb neun gibt's Frühstück. Brot, frische Eier auf´m Tisch, Kanne Kaffee, massenweise Wurst, Senf, Remoulade, Ketchup, Bild. Es wird nicht viel geredet am Tisch. Ab und zu ein Witz, über die Frauen. Worüber sonst! Jürgen erzählt vom Nebenjob. Nachmittags Grillwürstchen verkaufen, beim Dorffest. Da kennt man sich.
Der Chef ist stolz auf seinen Laden, traut sich aber doch nicht vor die Kamera. Da muss eben Jürgen herhalten. Der guckt ja auch so lieb. Schnell noch einen Javannse drehen, den blauen naklar, und weiter geht's. Schnelle präzise Schnitte, die nach viel Krafteinsatz aussehen, zerteilen die Berge und verwandeln das noch heute morgen am Haken Hängende in lecker Stückchen für die Auslage.
Strothmann GmbH & Co. KG
Bei Strothmann ist alles ein bißchen größer. Hier werden Industrieroboter gebaut. Riesige Maschinen, die später im Einsatz in Taktstraßen der Automobilindustrie wiederzufinden sind. Hauptsächlich transportieren sie Bleche, die in mehreren Stufen zu Autotüren, Motorhauben, Radkästen, ... gepresst werden. Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit sind Eigenschaften, mit denen Strothmanns Roboter, die garnicht so aussehen als seinen sie welche, auf dem internationalen Markt führen.
Strothmann war ein Bastler, ein Tüftler mit eigener Werkbank in der Halle. Alle Prototypen hat er selber gefertigt. Eine seiner genial einfachen Erfindungen: ein Rundschienensystem, mit dem sich tonnenschwere Teile allein durch Körperkraft bewegen lassen.
Die Firma expandiert. Demnächst wird eine neue Fertigungs- und Montagehalle gebaut, um die immer größer werdenden Teile überhaupt noch handhaben zu können. Speziell der amerikanische Markt verlangt nach Dimensionen, die für Deutschland nicht unbedingt üblich sind. Da sind 30 Meter schon viel für eine Maschine, die Amerikaner hängen mal eben eine Null dran.
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